Planungssicherheit durch Factoring

Besonders mittelständische und kleine Unternehmen laufen Gefahr, aufgrund von nicht fristgerecht zahlenden Kunden handlungsunfähig zu werden. Durch das Beauftragen eines Factors können sie ihre Planungssicherheit zurück gewinnen. Der Factor bezahlt die offenen Rechnungen stellvertretend für den Kunden des Unternehmens und übernimmt oftmals auch das Debitoren-Management.

Die Außenstände tauchen somit verlässlich zu einem vereinbarten Termin, in der Regel spätestens nach 48 Stunden, auf der Habenseite der Unternehmensbilanz auf. Dadurch verbessern sich die Konditionen von Bankkrediten sehr wesentlich und die anstehenden Investitionen können zum geplanten Zeitpunkt vorgenommen werden. Über 10.000 deutsche Unternehmen nutzen Factoring, um ihre Planungen in die Tat umsetzen zu können – Tendenz steigend.

Steigende Nachfrage

Nicht zuletzt der schnelllebige globalisierte Handel hat zu einer steigenden Nachfrage nach Factoring-Dienstleistungen geführt. Im angelsächsischen Raum wird Factoring bereits seit vielen Jahren sehr ausgiebig genutzt. Factoring ist aber keine neue Idee, die erst im kapitalistischen Wirtschaftssystem entstanden ist. Schon in Babylonien, also vor einigen tausend Jahren und auch im Mittelalter war Factoring eine gängige Praxis. Mittlerweile hat sich eine Vielzahl an Varianten herausgebildet.

Beim Standard-Factoring, der meistgenutzten Variante von Factoring, übernimmt der Factor sowohl das Ausfallrisiko als auch das Debitoren-Management für seine Kunden. Grundsätzlich unterscheidet man echtes und unechtes Factoring. Beim echten Factoring übernimmt der Factor das Ausfallrisiko, während dieses im Fall von unechtem Factoring auf Seiten des Auftraggebers verbleibt. Inhouse- oder Bulk-Factoring ist dadurch gekennzeichnet, dass der Auftraggeber weiterhin für das Debitoren-Management verantwortlich ist.

Factoring ist flexibel

Factoring funktioniert auch in der umgekehrten Richtung (Einkaufsfactoring). In diesem Fall beauftragt ein Unternehmen einen Factor mit der Bezahlung seiner Lieferanten und erstattet die Kosten zu einem vereinbarten Termin. Factoring lässt sich sehr flexibel anwenden: es kann sich auch auf einzelne Rechnungen oder Kunden beziehen. Man spricht von Offenem Factoring, wenn der Rechnungsempfänger über die Beauftragung des Factors in Kenntnis gesetzt wird. Beim Stillen Factoring gibt man dem Rechnungsempfänger lediglich eine Bankverbindung an. Privatpersonen können ebenfalls einen Factor beauftragen, um ihre Außenstände einzuholen.

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Foto: Aamon – Fotolia.com

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